Karl Hans Janke

1909 - 1988

  • Raum-Kugel-Trajekt, Mischtechnik auf Papier, 29,7 x 42 cm
  • 2000km/std. Schnellste Maschine der Menschheit, die je gebaut werden kann!, Mischtechnik auf Papier, 29,7 x 42 cm
  • ohne Titel, Mischtechnik auf Papier, 29.7 x 42 cm
  • Das große Ziel, Mischtechnik auf Papier, 29,7 x 42 cm
  • Einige wichtige Sachen meiner Lebensarbeit!, Mischtechnik auf Papier, 29,7 x 42 cm
  • Lasten-Maschine mit Schmalrumpf u. Spaltflächen, Mischtechnik auf Papier, 29,7 x 42 cm

Als Karl Hans Janke im Jahre 1988 starb, hatte er mehr als 4.500 Zeichnungen verschiedener technischer Erfindungen produziert, darunter sehr detaillierte technische Skizzen von fantastischen Flugmaschinen und Antriebsmechanismen. Nach eigenen Aussagen galten seine Erfindungen und Ideen, seine Visionen von intergalaktischen Reisen und seine Zeichnungen des Kosmos und der Ursprünge des Lebens „dem Wohl der Menschheit und der Verbreitung des Friedens.“ Er zeichnete seine Entwürfe in der Abgeschiedenheit der psychiatrischen Klinik Hubertusburg in Wermsdorf in der ehemaligen DDR; dort wurde Janke seit den 1950er Jahren als Patient behandelt. Das Klinikpersonal ermutigte oder tolerierte Jankes Leidenschaft für das technische Zeichnen. Er hatte sein eigenes „Büro“, in dem er Tausende Zeichnungen seiner Erfindungen anfertigte.

Nach abgeschlossenem Abitur hatte Janke zuerst an einer Technischen Hochschule für ein paar Jahre Zahnmedizin studiert, das Studium aber nicht abgeschlossen. 1940 wurde er zum Militärdienst eingezogen. Nach einer Reihe von Zusammenbrüchen wurde er in ein Krankenhaus eingewiesen und 1943 schließlich aus medizinischen Gründen vom Militärdienst befreit.

Karl Hans Jankes Arbeiten wurden im Jahre 2000 – lange nach dem Fall der Mauer – wiederentdeckt. Der fantasievolle Nachlass und die Ungeheuerlichkeit seiner Weltallvisionen wurden erst nach seinem Tod erkannt und anerkannt. Der Künstler Carsten Nicolai stellte ihn 2003 auf der Göteburger Biennale für Zeitgenössische Kunst aus; im Jahre 2013 wurde er in der Hayward Gallery in London gezeigt.